Themen / Schwere Phasen

Wie komme ich aus einer schweren Phase heraus?

Kurz gesagtIn schweren Phasen steuern wieder und wieder dieselben Relationen ein Gedankenkarussell an — oft aus alten, in der Kindheit gelernten Mustern. Hilfreich ist, genau hinzuschauen, welcher Eingangsknoten die Kette auslöst, und die Energie bei dir selbst umzulenken, statt sie immer in dieselbe Wand zu schicken. Das ist keine Therapie, sondern eine Denkweise, die mir geholfen hat.

Dieses Beispiel stammt aus meinem Buch „Universelle Relationen“. Mehr im Buch →

Das Problem als Graph

Ein alltägliches Ereignis rührt an eine Erinnerung des inneren Kindes. Dadurch werden bestimmte Gedanken angesteuert, es entsteht ein Gedankenkarussell, und der Körper reagiert mit Unruhe und Stress. Die leuchtenden Kanten zeigen die aktive Kette.

Alltags-EreignisInneres Kind„Nicht genug“GedankenkarussellUnruhe / StressBewusstsein
Graph als Text
  • Alltags-EreignisInneres Kind (aktiv)
  • Inneres Kind„Nicht genug“ (aktiv)
  • „Nicht genug“Gedankenkarussell (aktiv)
  • GedankenkarussellUnruhe / Stress (aktiv)
  • Bewusstsein„Nicht genug“ (leer)

Schritt für Schritt

  1. Trenne die Ebenen: Was passiert im Alltag, was in der Psyche, was im Körper? Skizziere sie getrennt.
  2. Suche den Eingangsknoten: Welches Ereignis startet die Kette? Oft ist es eine soziale Situation, die an etwas Altes rührt.
  3. Hol dein Bewusstsein zu dir und benenne den Gedanken („Druck“, „nichts wert“, „nicht genug“) — und woher er kommt.
  4. Setze dort an, wo du Einfluss hast: bei dir selbst. Andere Menschen kannst du nicht ändern, deinen eigenen Graphen mitgestalten schon.
  5. Lenke die Energie auf eine bisher leere Relation um — eine neue, freundlichere Reaktion auf denselben Auslöser.

Ein Beispiel aus meinem Leben

Mir hat geholfen, mein Bewusstsein zu mir zu holen und genau hinzuschauen, woher Gedanken wie „Druck“ oder „nicht genug sein“ kamen. Erst dann konnte ich die Energie umlenken. Ich habe für mich gelernt, welche Ereignisse welche Gefühle auslösen — und an welchem Punkt im Graphen ich ansetzen kann.

Für mich lag darin eine große Entlastung: zu spüren, dass ich nicht nur meine Gedanken bin, sondern den Graphen mitgestalten kann. Vielleicht ist das auch für dich ein Anfang.

Häufige Fragen

Warum kehren dieselben schweren Gefühle immer wieder?

Weil immer dieselben Relationen angesteuert werden, die über Jahre viel Gewicht bekommen haben. Solange die Kette nicht unterbrochen wird, läuft sie automatisch wieder an.

Ersetzt diese Denkweise eine Therapie?

Nein. Sie ist keine Behandlung, sondern eine Sichtweise, die mir geholfen hat. Wenn es schwer bleibt, ist es kein Zeichen von Schwäche, sich Hilfe zu holen.

Weiterdenken

Begriffe dazu: Netzwerkebene, Die drei Zustände: leer, aktiv, passiv, Die sechs Blickwinkel

Hinweis: Dies ist kein medizinischer oder therapeutischer Rat, sondern eine persönliche Denkweise. Wenn es dir gerade sehr schwer geht: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-26Quellen